07.05.2018 - Besaugen in der Kälberaufzucht: Was steckt dahinter?

Besaugen in der Kälberaufzucht: Was steckt dahinter ?

Die Problematik des gegenseitigen Besaugens ist einerseits seit langer Zeit bekannt, andererseits aber gerade in den letzten Jahren ein zunehmendes Problem. Insbesondere Betriebsleiter, die vermehrt Fleckvieh und Braunvieh einkreuzen, klagen über das vermehrte Auftreten von Kälbern, die andere Tiere der Gruppe an Ohren, Nabel, Hodensack, Euteranlagen und Schwanz besaugen.

Leider handelt es sich nicht, wie man zunächst vermuten könnte, um ein lediglich lästiges und vernachlässigbares Problem. Vielmehr führt das Besaugen zu massiven kurzfristigen wie langfristigen wirtschaftlichen Schäden. Zunächst werden gerötete Hautareale an den besaugten Kälbern beobachtet, zusätzlich können sich Nabelentzündungen und Schwanzspitzennekrosen entwickeln. Außerdem werden größere Mengen an Haaren abgeschluckt, die sich im Pansen zu Haarballen zusammenlagern („Trichobezoare“), und u. U. die Passage des Speisebreis aus dem Pansen in den Blätter- und Labmagen behindern können. Und damit nicht genug: viele Tiere entwickeln sich zu Jungrindern, die bei anderen Tieren der Gruppe weiter am Euter saugen und ein vorzeitiges Aufeutern und/oder Euterentzündungen provozieren. Es wird auch berichtet, dass in Betrieben mit gehäuft auftretenden Eutersaugen die sog. „Holsteinische Euterseuche“ bei Färsen vermehrt beobachtet wird.

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