28.05.2018 - Vet's Corner 5/18

Homeopathic treatment as an alternative prophylactic to minimize bacterial infection and prevent neonatal diarrhea in calves

Fortuosoa BF, Volpatob A, Rampazzoa L, Glombowskya P, Grissa LG, Gallia GM, Stefania LM, Baldisserac MD, Ferreirad EB, Machadoe G, Da Silvaa AS

Microbial Pathogenesis 2018; 114:95–98

In dieser Studie wurde die Hypothese geprüft, dass die prophylaktische Verabreichung von Homöopathika, die im biologischen Landbau erlaubt sind, die Inzidenz von neonataler Kälberdiarrhoe reduzieren und damit der Verbrauch von Antibiotika vermindert werden kann. Bei 20 neugeborenen Kälbern in Brasilien wurde der Hälfte der Gruppe am Tag 1 und Tag 7 ein homöopathisches Mischprodukt verabreicht. In der so behandelten Tiergruppe zeigten 5 von 10 Tieren Durchfall, während in der Kontrollgruppe 10 von 10 Tiere Diarrhoe entwickelten. Die Menge an faecal ausgeschiedenen E.coli war tiefer bei den homöopathisch behandelten Tieren. Dieser Tiergruppe musste nur 2 von 10 im Vergleich zu 8 von 10 in der Kontrollgruppe Antibiotika verabreicht werden. Die Autoren schlussfolgern, dass mittels Homöopathie die Inzidenz von neonataler Diarrhoe um 50%, der Antibiotikaverbrauch sowie die Bakterienausscheidung im Kot signifikant reduziert werden können.

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Short communication: Investigation of antibiotic alternatives to improve health and growth of veal calves

Pempek JA, Holder E, Proudfoot KL, Masterson M, Habing G

J. Dairy Sci. 2018; 101:4473-4478

Zwei alternative Therapeutika wurden bei 80 Tieren auf ihre Wirksamkeit bezüglich Wachstum, Erkrankungsrate und Mortalität geprüft. Es handelte sich dabei um (a) Lactoferrin (ein eisenbindendes Protein, das natürlicherweise im Kolostrum vorhanden ist) und (b) Cinnamaldehyd (ein Öl der Zimtpflanze). Keines der beiden Mittel zeigte einen Effekt im Hinblick auf Durchfallerkrankungsrate und Wachstumsrate. Das Risiko, an einer Nabelentzündung zu erkranken, war signifikant tiefer bei den Tieren, die Cinnamaldehyd bekamen. Laut den Autoren benötigt es weitere Studien, um verschiedene Dosierungen und Verabreichungsarten dieser beiden Mittel zu testen.

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Probiotic properties of native Lactobacillus spp. strains for dairy calves

Fernández S, Fraga M, Silveyra E, Trombert AN, Rabaza A, Pla, M Zunino P
Benef. Microbes. 2018; 10:1-12

Der Gebrauch von Mikroorganismen mit probiotischer Kapazität ist ein alternatives Therapie- und Präventionstool, um gängige Krankheiten des Kalbes, wie beispielsweise den Kälberdurchfall, zu therapieren. In dieser Studie wurden zunächst native Lactobacillusstämme aus dem Kot gesunder Kälbern isoliert. Es wurde dann geprüft, ob sie die Fähigkeit besitzen, sich im Gastointestinaltrakt anzusiedeln, das heisst, sie müssen einen tiefen pH aushalten, Salzsäure- und Biofilmresistent sein und eine Adhäsionfähigkeit zu Mucus- und Caco-2-Zellen aufweisen. Es wurden vier Stämme (L. johnsonii TP1.1, L. reuteri TP1.3B, L. johnsonii TP1.6, L amylovorus TP8.7) für diese Untersuchung ausgewählt. Jeweils einer Gruppe von 5 Kälbern wurde je ein Stamm Lactobacillen verabreicht, zusätzlich wurde eine unbehandelte Kontrollgruppe untersucht. Zwei der ausgewählten Stämme (L. reuteri TP1.3B und L. johnsonii TP1.6) scheinen im Gastointestinaltrakt der Kälber über längere Zeit (bis zu 10 Tagen) kolonisieren zu können. Diese beiden Stämme könnten sich in Zukunft als wirkungsvolle Probiotika erweisen.

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Efficacy of colostrum replacer versus maternal colostrum on immunological status, health, and growth of preweaned dairy calves

Lago A, Socha M, Geiger A, Cook D, Silva-Del-Río N, Blanc C, Quesnell R, Leonardi C

J. Dairy Sci. 2018; 101:1344-1354

In dieser Studie wurden die Effekte einer Verabreichung von einer kommerziell erhältlichen Kolostrumalternative (ein vom Kolostrum abgeleiteter Immunglobulin G Mix) mit gepooltem, qualitativ hochwertigem Kolostrum bei 1220 Kälbern verglichen. Dabei wurden der Immunstatus, die Wachstumsrate sowie die Gesundheit der Kälber geprüft. Die Anzahl fäkal ausgeschiedener coliformer Keime sowie die Gesamtanzahl an Bakterien waren in beiden Gruppen klein. Bei den Kälbern, die die Kolostrumalternative erhalten hatten, war die Immunglobulin G Konzentration und die Serumkonzentration des Gesamtproteins geringer, zudem lagen die täglichen Zunahmen (1.- 46±3. Lebenstag) mit 330 Gramm um 30 Gramm tiefer als die der mit Kolostrum versorgten Kälber (360 Gramm). Dafür zeigte die Kälbergruppe, die mit der Kolostrumalternative gefüttert wurde, eine kleinere Tendenz, an Durchfall zu erkranken als Tiere, die mit Kolostrum getränkt wurden. Das führen die Autoren auf die hygienischere Herstellung von Kolostrumalternativen zurück. Wenn jedoch ein Kalb erkrankte, mussten Kälber, die nie echtes Kolostrum bekommen hatten, durchschnittlich länger behandelt werden.

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