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24.03.2021 - Vet's Corner 03/2021

Cryptosporidien gehören zu den am häufigsten nachgewiesenen Erregern bei der neonatalen Diarrhoe. Erholen sich die Kälber nach einer klinischen Erkrankung vollständig? Können sie das Wachstum aufholen? Diesen Fragen ging die folgende Studie nach …

Shaw HJ, Innes EA, Morrison LJ, Katzer F, Wells B (2020):

Long-term production effects of clinical cryptosporidiosis in neonatal calves.

Int. J. Parasitol. 50, 371-376.

Eine Cryptosporidiose kann aufgrund von Durchfall und Dehydratation verheerende Effekte haben und verläuft teilweise letal. Cryptosporidium spp. ist sehr schwer von einem Betrieb zu eliminieren, da der Parasit eine hohe Tenazität in der Umwelt besitzt. Der Einsatz von gängigen Desinfektionsmitteln führt häufig nicht zu nachhaltigen Erfolgen. Die Krankheit ist bei gutem Management selbstlimitierend; die Mehrzahl der erkrankten Kälber erholt sich in den folgenden Wochen.

Diese Studie untersuchte die Langzeitfolgen bei Mutterkuhkälbern mit klinischer Cryptosporidiose. Die Kälber wurden auf einem Mutterkuhbetrieb gehalten, bei welchem bekanntermassen ein Problem mit Cryptosporidium spp. vorlag. Es wurden 27 Kälber in die Studie einbezogen, die von der Geburt bis zu einem Alter von 6 Monaten wiederholt untersucht wurden. Nach einer Feldinfektion wurden betroffene Kälber mit Halofuginon sowie oralen Rehydratationslösungen behandelt.

Die Kälber wurden nach Schweregrad der klinischen Cryptosporidiose anhand der Kriterien Kotkonsistenz und Dehydratationszustand in drei Gruppen (hochgradig, mittelgradig, geringgradig) eingeteilt und bei der Geburt sowie im Alter von 3, 4 und 6 Monaten gewogen. Alle Kälber wurden im Alter von 3-6 Tagen mittels Kotprobe auf Cryptosporidien untersucht. Dabei wurde eine Multiplex-PCR durchgeführt. Bei 100% der Tiere konnten im Kot Cryptosporidien nachgewiesen werden; E. coli, Corona, Rota oder Salmonellen waren demgegenüber nie nachweisbar. Acht Tiere (30%) zeigten eine hochgradige Erkrankung, 10 (37%) hatten mittelgradig Durchfall und 9 Tiere (33%) zeigten geringgradige oder keine klinischen Symptome.

Der durchschnittliche Gewichtsunterschied in einem Alter von 6 Monaten zwischen Kälbern, die an einer hochgradigen klinischen Kryptosporidiose litten, und jenen, die keine Symptome hatten, lag bei 34 kg (p = 0.034). Es war kein kompensatorisches Wachstum nach Abklingen der klinischen Symptome, wie es bisher vermutet wurde, nachweisbar. Die Resultate dieser Studie zeigen, dass eine klinische Cryptosporidiose in den ersten Lebenswochen das langfristige Wachstum der Kälber signifikant reduziert. Diese Effekte sind offenbar weit ausgeprägter als bislang angenommen und führen zu erheblichen wirtschaftlichen Einbussen.

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