18.12.2020 - Rück- und Ausblick Pilotprojekt KGD-Tränker

Per Ende Oktober 2020 wurde die Anzahl avisierter KGD-Tränker erreicht. In einer finalen Phase geht es nun um die Auswertung der Behandlungs- und Leistungsdaten. An einem Runden Tisch wurde im August ein Branchenstandard diskutiert und mit Stellungsnahmen der einzelnen Akteure festgehalten. Aktuell prüft der KGD weitere Strategien, um die Gesundheitsprogramme auf nationaler Ebene längerfristig zu etablieren.

Innerhalb von sieben Monaten hatten mehr als 360 Geburtsbetriebe in der ganzen Schweiz 2000 KGD-Tränker aufgezogen. Diese befinden sich derzeit in der Westschweiz – wenn sie nicht schon geschlachtet wurden – vorwiegend auf den Kälbermastbetrieben der Univo und in der Zentral- und Ostschweiz auf diversen Grossvieh-Mastbetrieben. Die beteiligten Mastbetriebe erfassen nun die Behandlungs- und Leistungsdaten. So sollten im KGD bereits zu Ostern 2021 erste Teilergebnisse aus dem Versuch vorliegen. Dabei interessiert insbesondere, wie hoch der Antibiotikaverbrauch einer isoliert eingestallten KGD-Tränkergruppe gegenüber einer Kontrollgruppe auf dem Mastbetrieb ist. Darüber hinaus wird geprüft, ob Zuwachsraten und Schlachtergebnisse auch positiv gegenüber der Kontrollgruppe ausfallen. Denn schlussendlich muss der Mehrwert für den Mäster auch tatsächlich bestehen, damit sich die KGD-Tränker in der Schweiz auch längerfristig und ohne den finanziellen Zuschuss aus öffentlicher Hand etablieren können.

Teilnehmende des Runden Tisches August 2020
Die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter (ASR) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) vertraten die Geburtsbetriebe, der Schweizerische Viehhändler Verband (SVV) den Handel, der Schweizer Kälbermäster Verband (SKMV), die Univo AG und Swissbeef die Mäster und die Bell Food Group (BFG), Micarna und der Migros Genossenschaftsbund (MGB) die Verarbeitenden und den Detailhandel.

Vorschlag an die Branche
Genau dieses Ziel hatten der KGD und dessen Projektgruppe schon vor Projektende versucht, in die Wege zu leiten. An einem Runden Tisch, zu dem die Beteiligten der Rinder-Wertschöpfungskette eingeladen waren, unterbreitete der KGD einen konkreten Vorschlag zur Förderung des KGD-Tränkers als Produktionsstandard über die nächsten Jahre bis zur AP22+. Konkret wurde vorgeschlagen, dass sich die Geburtsbetriebe mit CHF 35.– anstelle der CHF 50.– abfinden und der Handel den koordinativen Mehraufwand für die Einstallung in ganzen Gruppen übernimmt. Den Mastbetrieben sollten die CHF 35.– nur in Rechnung gestellt werden, wenn sie ganze KGD-Tränker Gruppen erhalten. Ansonsten würden die CHF 35.– aus einem Fonds gezahlt, den Verarbeiter und Detailhändler anlegen sollten.

Stellungsnahmen der Branche
Im Anschluss an die Sitzung wurde eine schriftliche Stellungnahme aller Teilnehmenden zu dem Vorschlag eingeholt. Grundsätzlich waren alle Teilnehmenden vom Konzept KGD-Tränker und auch von seiner Eignung als Branchenstandard überzeugt. Als es um die konkrete Umsetzung des Vorschlags ging, waren die Meinungen jedoch geteilt. Die Herausforderungen im Projekt wurden kontrovers diskutiert: Lösungen sollten deshalb gesucht werden wie der Anreiz für die Geburtsbetriebe für eine flächendeckende Etablierung, die Rendite für Handel und Mastbetriebe, damit genügend grosse Tränkergruppen eingestallt werden können und
keine unnötigen Spezialfahrten vollzogen werden müssen, gewährleistet werden können. Denn die Vereinigungen betrachten den Branchenstandard und die koordinierte Förderung durch die Branche selbst als zeitgemäss, sinnvoll und notwendig an.

Prüfung weiterer Strategien
Dem KGD und der Projektgruppe war bereits im Vorfeld bewusst, dass der unterbreitete Vorschlag erst ein Grobkonzept und die Frage der flächendeckenden Etablierung entsprechend noch nicht vollends geklärt war. Der Runde Tisch hatte zum Ziel, der Branche in Bezug auf das Thema Gesundheitstränker abermals auf den Puls zu fühlen und bei allseitigem Interesse das Vorhaben gemeinsam auszuarbeiten. Nun, da aber nicht alle Akteure der Wertschöpfungskette teilhaben möchten -was bei einem Branchenstandard der Fall sein sollte-, werden KGD und Projektgruppe vorerst andere, wohl auch mehrere Strategien verfolgen, um den KGD-Tränker zu etablieren. Diese werden nun in einem ersten Schritt ausgearbeitet und in die Wege geleitet. Neben den bereits vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Vorstudien wird mit den neuen Resultaten die Basis für die Fortsetzung geschaffen und damit noch weitere Akteure ins Boot zu holen. Somit wird der KGD per Ostern 2021, zusammen mit den Resultaten, einen Umsetzungsplan weiterer Förderstrategien für den KGD-Tränker kommunizieren.

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