27.01.2021 - Schwieriger Tränkermarkt

Peter Bosshard nimmt Stellung zur aktuellen Marktlage im Tränkermarkt, dem Kalb- und Rindfleischmarkt, die am 22. Januar von Proviande beschlossene Marktentlastung sowie die Weiterentwicklung von Branchenstandards.

Um eine objektive Marktbeurteilung des Tränkermarktes vorzunehmen kommt man nicht darum herum, einige Worte zum katastrophalen Absatz beim Kalbfleisch zu schreiben. Die Gründe sind bekannt. Die folgenden Zahlen sprechen für sich. 2020 wurden rund 5 Prozent weniger schwere Kälber geschlachtet, vom 1. bis 17. Januar 2021 waren des gegenüber dem Vorjahr 38.8 Prozent weniger! Es ist ein Glück, dass die Angebote bei den Tränker normal sind. Es hapert aber bei der Nachfrage, vor allem bei der Kälbermast, die schlichtweg die schlachtreifen Kälber nicht mehr aus den Ställen bringt. Da die Grossviehmast nicht alle anfallenden Tränker einstallen kann, besteht ein erheblicher Preisdruck bei den AA-Weiblichen, AB-und A-Tränker. Um den zurzeit zweigeteilten Tränkermarkt marktgerecht zu versorgen, ist es unabdingbar, dass die Tränker entsprechend der erscheinenden Qualität – und nicht nur aufgrund der Abstammung väterlicherseits - angekauft und verkauft werden. Für eine faire Entschädigung des Geburtsbetriebs und für einen marktgerechten Einstallungspreis beim Mäster ist das in der jetzigen Zeit dringend notwendig. Die am 22. Januar 2021 beschlossene Marktentlastung ist dringend notwendig um die Preise der Bankkälber – aber auch der Tränker – zu stabilisieren. Der Rindfleischmarkt ist stabil und ausgeglichen auf einem guten Niveau, was sich auch bei den Tränker der Handelsklasse AA-männlich niederschlägt. Die Nachfrage der Rindermast nach weiblichen AA-Tränker ist abgeschwächt, was zusätzlichen Preisdruck auf die weiblichen Tränker bedeutet.

Seit dem 1. Januar 2021 publizieren die Mäster (Swissbeef, IG Kalbfleisch und der SKMV) zusammen mit dem Viehhandel die realisierten Tränkerpreise. Es handelt sich um eine Preisfeststellung mit wöchentlich rund 2'000 Preismeldungen und stelle eine Preisfeststellung dar, die auch diesen Namen verdient. Für die kommende Handelswoche kommuniziert der Handel jeweils eine entsprechende Markt- und Preistendenz.

Seit einem Jahr ist die Handelsusanz mit den höheren Handelsgewichten der Tränker von 80 Kilogramm in Kraft und hat sich aus der Sicht des Viehhandels bewährt. Die gehandelten Tränker sind robuster und widerstandsfähiger, was sich in den klar abnehmenden Reklamationen beim Handel äussert.

Der KGD-Tränker als Branchenstandard ist weiter zu verfolgen. Soll er zum Standard werden, braucht es eine Flächenabdeckung von über 95 Prozent und dass kann wohl nur mit den in der AP22+ geplanten Tiergesundheitsbeiträgen erreicht werden. Da die AP22+ zeitlich später umgesetzt wird, wird es bezüglich diesem Punkt, wohl nichts anderes geben als auf die gesetzliche Grundlage zu warten, es sei dann, dass bestehende Gesetzesartikel zu Gunsten der Tiergesundheit und Tierwohl grosszügig ausgelegt und interpretiert werden.

Peter Bosshard

Schweizer Viehhändler Verband (SVV)

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