27.01.2021 - Vet's Corner 01/2021

Comparison of housing, bedding, and cooling options for dairy calves

Hill TM, Bateman HG, Aldrich JM, Schlotterbeck JM (2011):
Journal of Dairy Science 94, 2138-2146.

Diese amerikanische Studie untersuchte bei Holstein-Kälbern während der ersten sieben Lebenswochen den Einfluss von Aufstallungsarten (Iglus vs. Boxen), Einstreu (Stroh vs. Sand) und der Kühlung im Sommer (mit vs. ohne Ventilator) auf die Tageszunahmen (TZN) und die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen. Die Kälber erhielten jeweils Milchaustauscher (0.7 kg TS/Tag) sowie Starterfutter und Wasser zur freien Verfügung.

Im ersten Versuch wurden jeweils 28 Kälber auf Stroh in Iglus bzw. Boxen aufgestallt. Der Versuch fand von September bis März statt; die Durchschnittstemperatur (DT) lag bei 8 °C (-17 bis 31 °C). Die TZN der Kälber in Boxen lag um 6 % höher und die Futtereffizienz um 4 % höher als bei Kälbern in Iglus.

Im zweiten Versuch wurden jeweils 16 Kälber in Boxen mit Stroh, in Boxen mit Sand und in Iglus mit Sand untergebracht. Der Versuch fand von Mai bis September statt und die DT lag bei 21 °C (7 bis 33 C°). Bei Kälbern auf Stroh in Boxen waren die TZN und der Verzehr von Starterfutter höher und die Rate der Durchfallerkrankungen niedriger als bei den Kälbern auf Sand sowohl in Iglus als auch in Boxen. Zusätzlich war die relative Luftfeuchtigkeit in den Iglus höher als in den Boxen.

Im dritten Versuch wurden 52 Kälber in Boxen mit Stroh aufgestallt, wobei 26 Boxen jeweils von 08.00 bis 17:00 Uhr mittels Ventilatoren gekühlt wurdendfa. Der Versuch fand ebenfalls von Mai bis September statt, und die DT lag bei 22 °C (8 bis 34 °C). Die Kälber hatten unter dem Einfluss der Kühlung höhere TZN, eine bessere Futtereffizienz und niedrigere Atemfrequenzen als die Kälber ohne Kühlung durch Ventilatoren.

In einem weiteren Versuch wurden in Boxen und Iglus im Abstand von 35 Tagen Luftanalysen durchgeführt und die Bakterienkonzentrationen gemessen. Erwartungsgemäss konnte gezeigt werden, dass die Bakterienkonzentrationen in der Luft von Iglus höher lagen als in der Luft von Boxen.

Zusammenfassend zeigen die Autoren, dass Stroh (im Vergleich zu Sand), Kälberboxen (im Vergleich zu Iglus) und Kühlung im Sommer mittels Ventilatoren die Tageszunahmen von Kälbern positiv beeinflussen kann.

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Growth performance and health of dairy calves bedded with different types of materials

Panivivat R, Kegley EB, Pennington JA, Kellogg DW, Krumpelman SL (2004):
Journal of Dairy Science 87, 3736-3745.

In dieser amerikanischen Studie wurden mit 60 weiblichen Kälbern die Einflüsse fünf verschiedener Einstreumaterialien (Granit-Sand/-Splitt, Sand, Reisspelzen, Weizenlangstroh und Holzschnitzel) auf Wachstum, Gesundheit, Stressindices und Verhalten während der ersten sieben Lebenswochen untersucht.

Die durchschnittlichen Tageszunahmen sowie die Trockensubstanzaufnahme der Kälber unterschieden sich nicht in Abhängigkeit von der Einstreu. In der zweiten Lebenswoche wurden die Kälber auf Granit-Sand/-Splitt und Sand häufiger wegen Durchfall behandelt; Kälber auf Weizenlangstroh erhielten am seltensten antibiotische Behandlungen. Granit-Sand/-Splitt bildete die härteste Oberfläche und entsprechend waren die Kälber auf dieser Einstreu am stärksten verschmutzt. Bei der Untersuchung der Materialien wurde Sand als am schmutzigsten eingestuft; Reisspelzen, Weizenlangstroh und Holzschnitzel waren sauberer. Weizenlangstroh wies die wärmste Oberfläche auf, Reisspelzen und Holzschnitzel waren wärmer als Granit-Sand/-Splitt und Sand. Bei den Blutuntersuchungen der Kälber zeigten sich keine Unterschiede in Abhängigkeit von der Einstreu bzgl. der Konzentrationen von Cortisol, alpha1-Glykoprotein, IgG und des Verhältnisses von Neutrophilen:Lymphozyten. Die coliforme Keimzahl war vor dem Einsatz am höchsten in den Reisspelzen und nach der Verwendung am höchsten im Weizenlangstroh. Am Tag 42 war die Ammoniak-Konzentration (gemessen 10 cm über der Einstreu) am niedrigsten für Weizenlangstroh.

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