31.03.2021 - Bio Suisse

Die Auswertungen des Kooperationsprojektes „Bio Suisse I“ liegen vor: sie zeigen, dass es ebenso wie auf konventionellen Betrieben auch auf Bio Suisse Betrieben noch Verbesserungspotential in Bezug auf die Kälbergesundheit gibt.

Zwischen Januar 2020 und Februar 2021 wurden insgesamt 89 Bio Suisse Betriebe durch Vertragstierärztinnen und -ärzte des KGD besucht. Der Besuch und die Mitgliedschaft der Tierhaltenden beim KGD wurde von der Bio Suisse übernommen. Ziel des Projektes war es, den aktuellen Stand der Kälbergesundheit auf Bio Suisse Betrieben abzubilden. Ausserdem sollten Bio-Landwirtinnen und Landwirte auf das Thema Kälbergesundheit aufmerksam gemacht werden.

Die 89 Betriebe waren von dem FiBL und der Bio Suisse unter Berücksichtigung des Betriebstyps, der Region, der Zone und der Betriebsgrösse als repräsentative Stichprobe aller Bio Suisse Betriebe in der Schweiz ausgesucht worden. Die Stichprobe beinhaltete 41 Geburts-, 40 Mutterkuh-, 9 Kälbermast- und 5 Grossviehmastbetriebe, wobei einige Betriebe mehr als nur einen dieser Betriebszweige praktizierten. Beim Besuch der Betriebe durch einen Vertragstierarzt oder –ärztin wurde eine für die jeweilige Betriebsform spezifische Checkliste gemeinsam ausgefüllt. Die Checklisten enthalten die wichtigsten Risikofaktoren für die Kälbergesundheit. Für jeden Risikofaktor werden bis zu 6 Punkte vergeben - je nachdem wie gross der Effekt auf die Tiergesundheit ist. Je grösser der Effekt, desto mehr Punkte ergeben sich bei einem suboptimalen Management. Je tiefer die Punktzahl, desto besser, bzw. desto unwahrscheinlicher sind Probleme mit der Kälbergesundheit. Für die Auswertung wurden Betriebe basierend auf ihrer Gesamtpunktzahl im Hinblick auf die Kälberaufzucht als «überdurchschnittlich», «durchschnittlich» oder «unterdurchschnittlich» eingeordnet.

Die Auswertung der Bestandesbesuche lässt insgesamt darauf schliessen, dass die weit überwiegende Mehrzahl der Landwirte mit viel Engagement, Kenntnissen und Herzblut auf den Betrieben arbeitet – und dass mehrheitlich auch eine grosse Aufgeschlossenheit gegenüber Empfehlungen zur Verbesserung der Situation vorhanden ist. Tatsächlich besteht auch auf Bio-Betrieben Potential, die Kälberhaltung zu verbessern. Auf geburtsbetrieben liegt das grösste Verbesserungspotential bei der Kolostrumversorgung, der Tränkemenge, der adäquaten Spurenelementversorgung der Kälber wie auch der Galtkühe sowie dem Vermeiden von Stressoren vor allem während den ersten drei Lebenswochen.

Die Ergebnisse der Bio-Mutterkuhbetriebe waren prinzipiell vergleichbar. Auch auf Mutterkuhbetrieben erwies sich die Spurenelementversorgung der Kälber und Galtkühe als häufiges Problem. Zudem sollte auf einigen Betrieben mehr auf die Parasitenkontrolle und -prävention geachtet werden und die hygienische Situation im Bereich der Abkalbeboxen verbessert werden.

Acht der neun besuchten Kälbermastbetriebe liegen in Berggebieten. Die Bedingungen auf diesen Betrieben unterscheiden sich von denen im Flachland beispielsweise durch die geringe Verfügbarkeit von Tränkerkälbern oder die Bauweise der Ställe und damit des Lüftungssystems. Bei der Auswertung der Checklisten fiel auf, dass Betriebe, die im Grunde keine oder nur geringe Probleme mit der Kälbergesundheit haben, in Bergregionen dennoch eine relativ hohe Gesamtpunktzahl erreichten. Entsprechend erarbeitet der KGD derzeit eine neue Checkliste für Mastbetriebe in Bergregionen, um die realen Bedingungen angemessen auszuwerten.

Diese Ergebnisse wurden am 23.02.2021 der Bio Suisse und Interessierten im Rahmen eines «Living Labs», organisiert vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), vorgestellt. Das weitere Vorgehen wird Anfang April 2021 abermals im Rahmen eines Treffens u. a. der Fachgruppen Milch und Fleisch der Bio Suisse diskutiert.

Ausserdem startete das Kooperationsprojekt Bio Suisse Anfang dieses Jahres in die zweite Runde: abermals wurden über 100 Betrieben eine kostenlose Betriebsberatung durch den KGD angeboten. Diesmal konnten sich die Landwirtinnen und Landwirte selbst melden. Alle Besuche sind bereits ausgebucht und Betriebe, die sich im Nachgang noch anmelden, kommen auf die Warteliste.

Wir freuen uns ausserordentlich über die systematische und engagierte Kooperation der Bio Suisse mit dem KGD und dem FiBL mit dem gemeinsamen Ziel, die Tiergesundheit weiter durch Vorbeugung zu verbessern!

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Projekt Bio Suisse

Kooperationsprojekt Bio Suisse - Ausgebucht (Warteliste)

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