31.03.2021 - Infizieren sich Kälber über Kuhmilch mit Mycoplasmen?

Ein Pilotprojekt zur Prävalenz von M. bovis in Tankmilchproben: Infizieren sich Kälber über Kuhmilch mit Mycoplasmen?

Erkrankungen durch Mycoplasmen - wie Ohrenentzündungen und Pneumonien - kennen wir vor allem aus Kälbermast- und Fresseraufzuchtbetrieben. Die meisten Mycoplasmen-Spezies besiedeln Schleimhäute sowie Tonsillen und fungieren als wirtsspezifische Kommensalen. Mycoplasmen spielen zudem bei Infektionskrankheiten von Kälbern eine zentrale Rolle, indem sie das Immunsystem schwächen und oft 7-14 Tage nach einem Stressor (Transport, Gruppenwechsel, etc.) zu klinischen Symptomen führen können.

Im Hinblick auf die Verbreitung der Mycoplasmen spielt die Kontamination von Ställen, Lastwagen, etc. eine untergeordnete Rolle – entscheidend sind offenbar die direkten Tier-Tier-Kontakte. Das kleine Genom (0.58 bis 2.2 Mb) mit seiner limitierten Kapazität zur Biosynthese dürfte eine Erklärung für die enge Assoziation zu Wirtszellen sein.

Aber wann findet die Besiedelung der Schleimhäute statt? Eine Infektionsübertragung auf dem Geburtsbetrieb bzw. über die Kuhmilch wurde mehrfach beschrieben und passt zu unseren Beobachtungen, dass Kälber vom gleichen Herkunftsbetrieb oft alle erkranken bzw. schon bei Ankunft auf dem Mastbetrieb leichte Symptome einer Otitis zeigen. Zunehmend beobachten wir auch Ohrenentzündungen bei Kälbern auf Geburtsbetrieben ohne Kälberzukauf. Dies veranlasst den KGD, in einer Pilotstudie in Zusammenarbeit mit der Universität in Gent/Belgien Tankmilchproben auf die Prävalenz von M. bovis untersuchen zu lassen.

Kennen Sie Geburtsbetriebe, die wiederholt Probleme mit Kälbern haben und deren Symptome auf eine Mycoplasmen-Erkrankung hindeuten? Wenn ja, schicken Sie bis zum 15. April 2021 Tankmilchproben (ohne Konserverierungsstoff; 2x 10 ml) an die KGD-Geschäftsstelle, Vetsuisse-Fakultät, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, mit A-Post und bis zum Versand gekühlt. Wir werden die Proben für Sie und den Landwirt kostenfrei mittels ELISA untersuchen lassen und Ihnen das Ergebnis mitteilen. Bitte Proben deutlich beschriften mit dem Namen des Betriebes. Bei Fragen melden Sie sich bei Corinne Bähler (Telefon: 079 459 55 57, allfälliger Rückruf folgt innerhalb eines Tages).

zurück

Projekt Bio Suisse

Kooperationsprojekt Bio Suisse - Ausgebucht (Warteliste)

Teilnehmende des Kooperationsprojektes Bio Suisse profitieren von einer kostenlosen Jahresmitgliedschaft und einer Betriebsberatung durch den KGD. Interessiert? Dann füllen Sie nachstehendes Kontaktformular aus und wir organisieren Ihren Besuch.

Empfohlene Einträge

Werden Sie jetzt Fördermitglied,
Gönner oder Kollektivmitglied

Veranstaltungen

News-Archiv

Anmeldung Newsletter

Newsletter-Archiv