Betriebsreportage

Erfolgreiche Eutergesundheit, dank alternativer Ansätze

Catherine Meister Schwager in Corcelles-le-Jorat nutzt seit 10 Jahren keine Antibiotika mehr zur Behandlung von Eutererkrankungen. Der Auslöser dieser Wende fand im Jahr 2012 statt, als die Eutererkrankungen auf dem Familienbetrieb bis zu viermal mit Antibiotika intramammär und zusätzlich mit Entzündungshemmern behandelt werden mussten. 2012 hat sie entschieden eine mit Staph. aureus infizierte Kuh, welche nach dem antibiotischen Trockenstellen trotzdem nicht geheilt war, mit Homöopathie zu behandeln nach dem Abkalben. Die Infektion ist darauf abgeheilt. Dieser Erfolg hat sie überzeugt! Seither nutzt sie keine antibiotischen Trockensteller mehr. Zum Trockenstellen wird seither das homöopathische Medikament Phytolacca verwendet. Sie nutzt Protokolle aus der klassischen Homöopathie, indem sie sich z.B. vom Buch von Birgit Gnadl* inspirieren lässt. Seit 2018 lässt sie sich bei neuen Krankheitsfällen von einer Humanhomöopathin coachen und beraten. Mit dem Bestandestierarzt pflegt sie eine gute Zusammenarbeit. Oft kommt dieser zur Untersuchung und Diagnosestellung auf den Betrieb, die homöopathische Behandlung der festgestellten Krankheit übernimmt nachher Catherine Meister.

Die Philosophie bezüglich des Umgangs mit erhöhten Zellzahlen auf dem Betrieb hat sich drastisch geändert. Das Zuchtziel ist eine Brown Swiss Kuh zu züchten, die wenig anfällig auf Eutererkrankungen ist und sich bei einem Erregerbefall möglichst von selbst wehren kann. Sie hat festgestellt, dass auf ihrem Betrieb Kühe mit sehr tiefen Zellzahlen häufiger einen akuten Viertel haben als solche, mit durchschnittlich etwas höheren Zellzahlen.  Die durchschnittliche theoretische Tankzellzahl der Herde beträgt heute zwischen 100'000 und 150'000 Zellen. Sie schlägt deshalb vor, dass nicht nur die Zellzahlen, sondern auch der Antibiotikaverbrauch bzw. diese zwei Werte miteinander beurteilt werden sollten, um die Eutergesundheit zu bewerten.

Nebst den 55 Brown Swiss Milchkühen bewirtschaften Catherine und Daniel 48 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, mit Mais, Weizen, Dinkel und Grünland. In einer 800 m2 grossen Halle produzieren sie IP-Suisse Mastpoulets. Die Milch wird an eine Gruyère Käserei geliefert oder an die Kälber vertränkt. Alle Kälber, die auf dem Betrieb zur Welt kommen, werden auf dem Betrieb aufgezogen. Die männlichen Tiere werden bis ca. 130 Tage gemästet und als IP-Suisse Mastkälber verkauft. Früher wurde auf dem Betrieb auch noch Kälbermast mit Zukauf betrieben, was aufgrund der häufigen Behandlungen mit Antibiotika aufgegeben wurde.

Dank dem direkten genomischen Zuchtwert selektioniert Catherine ganz gezielt ihre Kühe, die sie als Nachzuchtmütter nutzen will. Alle anderen Kühe werden mit Mastrassen besamt. Sie nutzt für die Nachzucht vor allem Genetik aus Frankreich, da die Wirtschaftlichkeit der Tiere dort stärker gewichtet wird als in der Schweiz, wo stärker auf Schönheit gesetzt wird. Die Hauptziele von Catherine in der Zucht sind die Gesundheit und eine gute Resistenz der Kühe.

Zur Förderung der Eutergesundheit wird auf eine bedarfsgerechte Fütterung und eine optimale Haltung geachtet. Das Grundfutter soll höchste Qualität erzielen und die Kühe sollen immer genügend Fressplätze haben. Die Liegeboxen sind mit Häckselstroh gefüllt. Jeden zweiten Monat wird Naturzeolith, vermahlene Mineralerde, in den Liegenboxen gestreut, um sie abzutrocknen. Zusätzlich werden sogenannte effektive Mikroorganismen (EM) im hinteren Teil der Boxe zugesetzt. Dank dem Entmistungsroboter, welcher vor zwei Jahren im Laufstall eingerichtet wurde, wurde die Stallhygiene ebenfalls optimiert. Seither sind die Mortellaroerkrankungen fast verschwunden. Zusätzlich werden die Klauen im Melkstand zweimal täglich mit Wasser abgespritzt.

Catherine investiert sich in verschiedenen Projekten und in Arbeitskreisen, zum Beispiel zum Thema Melkroboter bei Gruyère AOP Produzenten, zum Einsatz von Homöopathie im Kuhstall oder zur Thematik Antibiotikareduktion.

Wichtige Leitsätze von Catherine Meister Schwager sind:

  • Möglichst einen geschlossenen Kreislauf zu haben auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb.
  • Die Immunität der Tiere dank der Homöopathie zu stärken.
  • Mit den Kühen, die am besten auf den Betrieb passen, weiter zu züchten
  • Nicht immer nach Perfektion zu suchen, sondern akzeptieren wie es ist und damit umgehen lernen.
  • Austausch auf Augenhöhe ist zu fordern. So können Tierarzt und Landwirt voneinander profitieren.

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