17.12.2018 - Der Nabel – Teil 1

Der Nabel – das Tor zum Leben

In den Fruchtblasen der Gebärmutter schwimmend wird das Kalb einerseits über den Nabel mittels des mütterlichen Blutes ernährt und mit Sauerstoff versorgt. Andererseits setzt das Kalb Urin ab, der ebenfalls via Nabel über den Mutterkuchen (Plazenta) in den Kreislauf der Mutter übergeführt wird.

Bild: M. Stoffel, U. Iff, Institut für Tieranatomie Bern

Über die Nabelvene fliesst das Blut der Mutter in die Leber des Kalbes, von wo die Nährstoffe und der Sauerstoff im ganzen Körper verteilt werden.

Über den Urachus wird der Harn ausgeschieden und in den Kreislauf der Mutter übergeführt. Die Nabelvene, Nabelarterien sowie der Urachus bilden zusammen den Nabelstrang.

Bild modifiziert nach M. Metzner

Während der Geburt reisst der Nabelstrang und die Nabelstrukturen ziehen sich in die Bauchhöhle und bilden sich schliesslich vollständig zurück.

Sobald der Nabelstrang gerissen ist, muss das Kalb seine Sauerstoffversorgung über die Lunge bewerkstelligen, die Nahrung eigens aufnehmen und den Harn über die Harnröhre absetzen.

Die Nabelstrangpforte bildet eine Öffnung in die Bauchhöhle und verschliesst sich innerhalb von Tagen, während der Hautmantel des Nabelstranges ausserhalb der Bauchhöhle abtrocknet und schliesslich abfällt.

Misst der Hautmantel des Nabelstranges mindestens 7 cm, ist das Risiko einer aufsteigenden Nabelentzündung relativ klein, da der Weg für potenzielle Erreger zu lang ist.

Es ist darauf zu achten, dass das Kalb in eine hygienisch einwandfreie Umgebung geboren und der Hautmantel des Nabelstrangs nicht mit den Händen angefasst wird.

Eine verschmutzte Umgebung und die Berührung mit unseren Händen erhöhen das Risiko einer Nabelentzündung, indem viele Erreger übertragen werden

Erfahren Sie im nächsten Newsletter, welche Art von Nabelproblemen entstehen können und welche Möglichkeiten zu deren Behebung bestehen.

 

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