25.02.2019 - Vet's Corner 2/2019

Vet’s Corner 2/2019

Wieviel Milch passt eigentlich in den Labmagen eines 3-wöchigen Kalbes ohne dass Milch in den Pansen läuft oder sich das Kalb danach unwohl fühlt? Was macht gute Tränkwasserqualität aus? Welche Auswirkungen haben hypertone Milchaustauscher auf die Permeabilität des Darmes?

Finden Sie die Antworten auf diese und weitere Fragen im aktuellen Vet’s Corner!

The effect of large milk meals on digestive physiology and behaviour in dairy calves

Ellingsen K, C M Mejdell, N Ottesen, S Larsen and A M Grøndahl

Physiology & Behavior 2016; 154: 169-174.

Diese kleine Studie untersuchte den Einfluss von grösseren Milchmengen auf die Verdauungsphysiologie und das Verhalten von Milchkälbern. Dazu wurden 6 Kälber im Alter von 19-23 Tagen 3 mal täglich mit 2 Litern warmer Vollmilch ab Nuckelflasche getränkt. Während drei Morgenfütterungen im Abstand von 48 Stunden wurden jeweils grössere Milchmengen vertränkt. 4 von 6 Kälber tranken mehr als 5 Liter in einer Mahlzeit und die höchste, freilwillig getrunkene Menge lag bei 6.8 Liter. Die Milch dieser 3 grossen Mahlzeiten wurde mit Kontrastmittel (Bariumsulfat) versetzt und die Tiere vor, während und nach dem Trinken mittels Röntgen untersucht.

Die Resultate zeigen, dass der Labmagen eine enorme Dehnungsfähigkeit besitzt. Zudem konnte im Pansen bei keinem Tier Milch nachgewiesen werden, obwohl einzelne Tiere die dreifache Menge an Milch zu sich nahmen. Des Weiteren wurde im Verhalten der Tiere zu keiner Zeit Unwohlsein oder Abdominalschmerzen festgestellt.

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Empfehlungen zur Beurteilung der hygienischen Qualität von Tränkwasser für Lebensmittel liefernde Tiere unter Berücksichtigung der gegeben rechtlichen Rahmenbedingungen

Kamphues J, R Böhm, G Flachowsky, M Lahrssen-Wiederholt, U Meyer und H Schenkel

Landbauforschung Völkenrode 2007; 57: 255-272.

In diesem Artikel wird ausführlich darauf eingegangen, welche Qualitätsmerkmale beim Tränkwasser für Nutztiere einzuhalten sind. Als wesentliche Schlussfolgerungen werden u.a. angegeben, dass Tränkwasser für Tier ständig verfügbar sein muss, dass Schmackhaftigkeit, Verträglichkeit und Verwendbarkeit die wesentlichsten Kriterien für die Eignung von Tränkwasser sind und dass dieses nicht nur bei Einspeisung ins Versorgungssystem, sondern auch noch zum Zeitpunkt der Aufnahme durch das Tier eine entsprechende Qualität aufweisen soll. Mögliche biotische Kontaminanten (Parasiten, Pilze, Bakterien und Viren) sowie chemische und physiko-chemische Parameter (pH-Wert, Leitfähigkeit, Salzgehalt, Härtegrad, Spurenelemente, Mineralstoffe etc.) werden besprochen, die empfohlenen Grenzwerte angegeben und mögliche gesundheitliche Schäden bei Überschreiten der Grenzwerte diskutiert.

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Hypertonic milk replacers increase gastrointestinal permeability in healthy dairy calves

Wilms J, H Berends and J Martín-Tereso

Journal of Dairy Science 2019; 102: 1237-1246.

Diese Studie untersuchte die Auswirkungen von erhöhter Osmolalität des Milchaustauschers (MAT) auf die gastrointestinale Permeabilität. Dafür wurden 30 Stierkälber (HO und Kreuzungen) im Anschluss an ein vorgegebenes Kolostrum-Regime ab dem Alter von 0-3 Tagen mit MAT ohne Dextrose 2 mal täglich für 2 Wochen gefüttert. Ab der 3. Woche wurde die Laktose der Ration zunehmend mit Dextrose ersetzt, um so eine erhöhte Osmolalität zu erreichen. Die gastrointestinale Permeabilität wurde dabei mittels fraktionierter Harnanalyse von unverdaulichen Markern (Laktulose, D-Mannitol und Cr-EDTA) ermittelt. Die Resultate der Harnanalyse zeigten um 20-30% erhöhte Laktulose- und Cr-EDTA-Werte bei den mit erhöhter Osmolalität gefüttertem MAT. Da diese erhöhte Permeabilität einen Hinweis auf makroskopische Schäden der Schleimhaut gibt, kann hypertoner MAT als potentieller Risikofaktor für die Kälbergesundheit gesehen werden.

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