24.04.2019 - Vet's Corner 4/2019

Vet’s Corner 4/2019

Lassen sich Risikofaktoren definieren, um die Morbidität und Mortalität von Mastkälbern bei Eintreffen auf dem Mastbetrieb voraus zu sagen? Sind Laktoferrin oder Zimtaldehyd wirksame Antibiotika-Alternativen?

Antworten finden Sie im neusten Vet’s Corner!

Risk factors associated with mortality at a milk-fed veal calf facility: A prospective cohort study

Renaud D L, T F Duffield, S J LeBlanc, S Ferguson, D B Haley and D F Kelton

Journal of Dairy Science 2018; 101: 2659-2668.

Ziel dieser Studie war es, den Gesundheitsstatus von Mastkälbern bei ihrem Eintreffen auf dem Mastbetrieb zu beschreiben und mögliche Risikofaktoren für spätere Erkrankung bzw. Sterblichkeit zu definieren.

Zu diesem Zweck wurden auf einem Kanadischen Kälbermastbetrieb 4825 hauptsächlich männliche Mastkälber bei ihrem Eintreffen auf dem Betrieb untersucht und Gesundheits- sowie Herkunftsdaten ausgewertet. Folgende Parameter wurden am Kalb mittels der Calf Health Scorer App (Universität Wisconsin) beurteilt: Nasen, Augen, Ohren, Husten, Kotbeschaffenheit, Nabel, Gelenke, Grad der Austrocknung, BCS und eingesunkene Flanken. Zusätzlich wurde erfasst, ob die Tiere direkt vom Landwirt, über einen Transporteur oder über eine Kälberauktion auf den Mastbetrieb gelangt waren.

Die Sterblichkeit der Kälber lag bei 7%, wobei 42% der Tiere in den ersten 21 Tagen nach Eintreffen starben. Weiter konnte festgehalten werden, dass eingesunkene Flanken, Dehydratation und abnorme (entzündete) Näbel sowie die Unterbringungs- und Fütterungsbedingungen die Wahrscheinlichkeit von früher Sterblichkeit erhöhten. Grösseres Körpergewicht bei Eintreffen verringerte jedoch die Mortalität.

Die Autoren halten fest, dass viele Kälber mit grosser Wahrscheinlichkeit zu erkranken bzw. zu sterben bereits beim Eintreffen auf dem Mastbetrieb identifiziert werden könnten, was das frühe Eingreifen möglich macht. Sie betonen jedoch auch, dass umfangreiche Massnahmen auf den Geburtsbetrieben nachhaltiger und wirksamer sind.

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Short communication: Investigation of antibiotic alternatives to improve health and growth of veal calves

Pempek J A, E Holder, K L Proudfoot, M Masterson and G Habing

Journal of Dairy Science 2018; 101: 4473-4478.

Diese kleinere Amerikanische Studie hatte zum Ziel, auf der Suche nach Antibiotika-Alternativen die Wirkung von Laktoferrin (in Kolostrum enthalten) und Zimtaldehyd (ölige Flüssigkeit aus Zimtrinde) auf das Wachstum, die Erkrankungswahrscheinlichkeit und die Mortalität von Mastkälbern zu untersuchen. Dazu wurden 240 Kälber in 3 Gruppen à 80 Tiere eingeteilt. Gruppe 1 war die Kontrollgruppe (keine Zusätze im Milchaustauscher), Gruppe 2 erhielt Laktoferrin (1g pro Tag) für 7 Tage und Gruppe 3 erhielt Zimtaldehyd (1g pro Tag) für 21 Tage dem Milchaustauscher beigemischt.

Die Autoren konnten aufzeigen, dass Nabelinfektionen in der Gruppe mit Zimtaldehyd signifikant seltener vorkamen als in den anderen Gruppen. Ansonsten hatten beide Substanzen keinen Einfluss auf Tageszunahmen, Auftreten oder Schweregrad von Durchfall oder respiratorischen Erkrankungen und Dehydratation.

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