24.07.2020 - Wasser - alles klar?

Auf einem Munimastbetrieb, der einmal im Monat Tränker im Rein-Raus-Verfahren einstallt, kommt es seit etwa zwei Jahren in den ersten vier Wochen nach der Aufstallung bei etwa 20% der Kälber zu Pansentympanien (= Blähungen). Für den Landwirten ist die Situation höchst unbefriedigend, und ihm ist es ein grosses Anliegen, die Gesundheit seiner Kälber längerfristig zu verbessern.

Bei dem Besuch der Tierärztin des KGD wurden zunächst die Betriebsroutinen erfragt: Die Kälber bekommen ab der Einstallung 8 Liter eines hochwertigen Milchaustauschers pro Tag, der mit Wasser angemischt wird (130 g/L). Das Wasser für die Tränke und für den Automaten stammt von der eigenen Quelle. Der Tränkeautomat wurde im Sommer 2019 ausgewechselt, was aber ohne Effekt auf das Problem blieb. Das Festfutter besteht aus Heu und einer Müeslimischung zur freien Verfügung.

Die Tympanie tritt in den ersten vier Mastwochen und somit in der Zeit auf, in welcher die Kälber sich vor allem von der Milchtränke ernähren. In der Fallaufarbeitung wurden die Futtermittel zunächst analysiert. Dabei wurde auf die Inhaltsstoffe, die Zusammensetzung der Gesamtration und die Strukturversorgung eingegangen. So kann z. B. eine Proteinüberversorgung in Kombination mit einer Strukturunterversorgung zu geblähten Kälbern führen. Es wurde dann der Tränkeautomat näher betrachtet, da sich eine allfällige Biofilmbildung negativ auf die Tiergesundheit auswirken kann. Die regelmässige Reinigung des Automaten (inklusive Kreislaufreinigung und Mischbecher) sowie das Auswechseln der Nuggis und die Kalibrierung des Automaten sind dabei entscheidend. Die Menge des Milchaustauschers und des zudosierten Wassers wurden separat mittels Küchenwaage überprüft.

Es zeigte sich, dass aufgrund eines zu geringen Wasserdruckes in der Leitung weniger Wasser zudosiert wurde als angenommen. Ein Druckabfall in der Leitung kann bedeuten, dass der Wasserpegel in der Quellfassung abgesunken ist. Anschliessend wurde das Wasser aus der Quellfassung, dem Verteilnetz und dem Tränkeautomaten beprobt. Und tatsächlich: Es konnte eine deutlich zu hohe Gesamtkeimzahl und ein Nachweis von E. coli und Enterokokken in der Quellfassung festgestellt werden. Zudem fand eine Anreicherung der Keime von der Quelle bis zum Tränkeautomaten statt.

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