Projekte

  • Im Projekt «Kälberaufzucht auf Bio-Betrieben» werden 100 Bio-Betriebe für das Thema aufzucht sensibilisiert und sie erfahren mit einer Bestandesbetreuung, wo sie gut sind und wo es Verbesserungspotential gibt. Die Checklisten werden in der Praxis getestet und können aufgrund der Rückmeldungen angepasst werden. Synergien zu Beratungsangeboten (v.a. Provieh) werden hergestellt und genutzt. Für die Projektpartner Bio Suisse und FiBL erfolgt zudem eine repräsentative Auswertung über die Aufzucht auf Biobetrieben der verschiedenen Betriebstypen (Milchvieh, Mutterkuhhaltung, Weide- und Kälbermast).

 

  • Das Projekt «KGD-Tränker» wurde 2019 konzipiert und 2020 auf den Betrieben umgesetzt. Aktuell laufen die Datenauswertungen. Eine optimale Aufzucht von konstitutionsstarken, belastbaren Tränkerkälbern auf dem Geburtsbetrieb ist eine wesentliche Voraussetzung, damit die Kälber die mit der Umstallung auf den Mastbetrieb verbundenen Belastungen bewältigen. Immer mehr Akteure in der Branche sehen die Vorteile dieser Gesundheitstränker, die aufgrund einer stärkeren Konstitution einen besseren Start auf den Mastbetrieben haben. Die metabolische Programmierung ist aber auch von besonderer Bedeutung für die Gesundheit und Leistung der späteren Zuchttiere. Gemäss aktueller Forschungsergebnisse sind die zentralen Elemente der optimalen Aufzucht in den ersten vier Lebenswochen (sog. „Preconditioning“) eine gute Kolostrumversorgung, die Verabreichung von Eisen, die intensive Tränkung und die Impfung gegen Erreger der Kälbergrippe. Die Ergebnisse der Studie sollen quantitative Aussagen über den durchschnittlichen Mehrwert von KGD-Tränkern generieren, eine Schwachstellenanalyse des Produktionsprozesses von KGD-Tränkern ermöglichen, die Voraussetzungen für eine praktisch erfolgreiche, flächendeckende Produktion von KGD-Tränkern in der Schweiz nach Abschluss der Pilotstudie erkennen lassen, über eine Modifizierung der aktuellen Produktionskette von Mastkälbern und Aufzuchtkälbern zu einer Verbesserung des Tierwohls und der Tiergesundheit und daraus resultierend zu einer Verminderung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung in der Schweiz führen. 
    Bisherige eigene Projekte (Colorispotop, ImproCalf) zur Entwicklung des Massnahmenpaketes für Gesundheitstränker bestätigten die positiven Effekte einer spezifischen Aufzuchtstrategie auf Gesundheits- und Leistungsparameter. Die Evaluation des Gesundheitsprogrammes „KGD-Tränker“ ermöglicht nun die Effektivität des definierten Massnahmenpaketes im Hinblick auf die gesamtschweizerische Einführung ggf. im Rahmen der AP22+ zu prüfen.

 

  • «ImmunoCalf» zur Entwicklung einer optimalen Impfstrategie auf Mastbetrieben hat zum Ziel, den Effekt unterschiedlicher Vakzinationsprotokolle im Vergleich zur Verabreichung eines Placebos auf das Krankheitsgeschehen, den Einsatz von Antibiotika sowie die Produktionsergebnisse zu charakterisieren. Die experimentellen Untersuchungen sowie die Laboranalysen wurden abgeschlossen. Gegenwärtig erfolgt die statistische Bearbeitung, die dann in eine Publikation einfliessen wird.

 

  • «ImproCalf» zur Erfassung des Einflusses einer optimierten Aufzucht von Kälbern in den ersten Lebenswochen auf die Tiergesundheit auf dem Mastbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Der experimentelle Teil der Studie wurde abgeschlossen. Die Eingabe der Daten in eine Datenbank ist ebenso wie die deskriptive Statistik erledigt. Eine Publikation wurde bereits eingereicht, eine weitere befindet sich in Vorbereitung. Die Finalisierung erfordert zuvor die endgültige statistische Auswertung in komplexen gemischten Modellen.

 

  • «Quantifizierung der Stärke des Saugreflexes mittels kontinuierlicher sonographischer Messung der Milchaufnahme»; im Rahmen dieser Studie wurde eine Technik entwickelt, um berührungslos und ohne jegliche Beeinflussung des Kalbes dessen Tränkeverhalten bei Aufnahme des Kolostrums exakt erfassen zu können, und zwar bzgl. Trinkgeschwindigkeit, Trinkdauer und Trinkmenge. Inzwischen wurden im Rahmen eines Dissertationsvorhabens Messungen an jeweils etwa 30 neugeborenen Holstein– und Fleckviehkälbern durchgeführt, die gegenwärtig ausgewertet werden.

 

  • «Ökonomische Anreizsysteme für eine Minimierung des Antibiotikaeinsatzes» in Zusammenarbeit mit dem RGD; es wurde mit Hilfe einer Befragung von Inhabern von Tierarztpraxen mit hohem Nutztieranteil evaluiert, welcher Anteil des Umsatzes auf Antibiotika entfällt. Anschliessend wurden in Zusammenarbeit mit der SAFOSO in Bern Modelle entwickelt, um die Konsequenzen von unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben bzgl. der Abgabe von Antibiotika an Landwirte auf die Umsätze von Nutztierpraxen abschätzen zu können.

 

  • «Stärke- und Strukturversorgung von Munis auf Schweizer Mastbetrieben» in Zusammenarbeit mit der Melior AG; angesichts einer sehr hohen Fütterungsintensität von Mastbullen in der Schweiz wurde im Rahmen einer Dissertation geprüft, in welchem Umfang die Strukturversorgung der Tiere hierzulande variiert. Zudem wurden die Korrelationen zwischen dem Stärke- bzw. dem Strukturanteil in der Ration und den täglichen Zuwachsraten errechnet. Die experimentellen Untersuchungen wurden ebenso wie die Statistik inzwischen abgeschlossen. Das Manuskript wird gegenwärtig verfasst.

 

  • «Dynamik der Oozystenausscheidung bei Mastkälbern» in Zusammenarbeit mit dem Institut für Parasitologie der Vetsuisse Fakultät in Zürich; im Rahmen einer Masterarbeit wurde geprüft, in welchem Umfang auf dem Mastbetrieb angelieferte Tränker während der ersten vier Wochen Entwicklungsstadien der Protozoen (Giardien, Eimerien, Cryptosporidien) ausscheiden. Zudem wurde die Beziehung zwischen dem Durchfallgeschehen und der Erregerausscheidung erfasst. Die Probenentnahme auf dem Betrieb ist abgeschlossen und die Erregernachweise sind erfolgt. Gegenwärtig werden die Ergebnisse statistisch ausgewertet und in einer Publikation zusammengestellt.

 

  • «Transportwege und Transportdauer von Kälbern zwischen Geburts- und Mastbetrieben»; mit Hilfe der Begleitdokumente von Tränkerkälbern wurde im Rahmen einer Masterarbeit geprüft, wie lange, über welche Strecken und mit wie vielen Umladungen die Kälber vom Geburtsbetrieb zum Mastbetrieb unterwegs waren. Es soll so geprüft werden, ob sich Beziehungen zum Arzneimitteleinsatz und dem Mastergebnis in der Kälbermast ergeben. Die Datenerfassung ist abgeschlossen und die Auswertung läuft.